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Was uns nährt

Wir, die wir diese Worte lesen, leben wahrscheinlich trotz Coronakrise in einer relativ sicheren Umgebung, in der sowohl der öffentliche Nahverkehr einigermaßen pünktlich kommt, wie auch die Lebensmittel in den Supermärkten ausreichend vorhanden sind - mittlerweile sogar wieder Toilettenpapier.

Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, sind wir häufig auf der Suche.

Auf der Suche nach dem, was uns wirklich nährt.

Sind es die Lebensmittel, ist es die Familie, sind es die Freunde, ist es der Verein oder eine Glaubensgemeinschaft, ist es die Arbeit?

Sind es unsere Gedanken, unsere Gefühle oder die Ablenkung, die im Moment vielleicht nicht mehr in dem Maße da ist, wie gewohnt.

Viele von uns sind nicht satt, oder übersatt und haben deshalb das Gefühl, zu suchen.

Es kann wohl nicht an dem Überangebot an Nahrung, Menschen, Glaubensrichtungen, Jobangeboten oder sozialen Events liegen, dass wir nicht satt werden.

Und es kann wohl auch kaum an dem Mangel an Gedanken liegen, denn die meisten von uns haben zu viele davon.

Wie der Dalai Lama sinngemäß sagte: „Der Großteil unseres Leidens rührt daher, dass wir zu viele Gedanken hegen.“

Welche Nahrung ist es also, die wir brauchen? Eine geistige? Eine intellektuelle? Eine emotionale? Oder alles zusammen? Oder doch nur eine körperliche?

Ich wage zu behaupten, es ist eine lebendige Nahrung, die wir brauchen.

Wir brauchen ein lebendiges Miteinander; einen lebendigen, echten Austausch; ein lebendiges, ehrliches Feedback; und letztendlich einen lebendigen Geist, der unseren Intellekt trägt und uns zu Menschen werden lässt, die genügend Nahrung jeglicher Art finden werden, ohne Gier und Ausbeute, und dadurch eine lebendige Welt schaffen, in der vielleicht alle einen Platz haben, um ein lebendiges Leben zu leben.

Aber wie schaffen wir es, diese lebendige Nahrung zu bekommen?

Vielleicht ist sie schon da, überall um uns herum, überall auf dieser Welt, in der Natur und auch in uns und unseren Mitmenschen?

Ich glaube, es braucht nur den Mut, die Augen ein bisschen anders zu öffnen, um sie wahrzunehmen - wahrzunehmen in der Fülle, die um uns, aber auch in uns ist.

Und es braucht Vertrauen. Vertrauen in diese Fülle in und um uns. Vertrauen, sie wirken zu lassen, um uns von Vorurteilen verabschieden zu können, die wir uns selbst und anderen gegenüber gerne nähren.

Denn diese Art von Nahrung, die auf Vorurteilen und Verurteilen beruht, braucht es sicher nicht.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie die Nahrung, die Sie satt werden lässt, in sich selbst entdecken – denn dort ist sie – und sie heraus scheinen lassen in die Welt, damit auch andere satt werden.