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Für Gesundheit, Mitgefühl und Zuversicht

"Der Kampf gegen...", "Der Kampf für...", "Dafür sein..." - Welche Macht haben Worte?

Wir alle wissen, dass Worte Macht haben. Ein „Ja“ oder ein „Nein“ kann in bestimmten Situationen sehr machtvoll sein, wir beurteilen und verurteilen mit Worten. Aber machen wir uns in unserem Alltag klar, wieviel Macht Worte wirklich tragen?

Jetzt, während der Coronakrise, haben viele von uns Zeit, inne zu halten von Stress und Hektik. Viel ist - vor allem beruflich - nicht mehr möglich, wir können nicht mehr schnell zu einem Meeting fliegen oder einen Kongress besuchen. Sogar die Kollegen aus dem Büro sind oft nur noch über Videotelefonie präsent. Auch privat ist gerade vieles anders. Wir müssen uns mit unseren Partnern und Familien arrangieren, was viele Herausforderungen mit sich bringen kann. Und wir können nicht mehr entkommen in ein Wellness-Hotel um dort mit vielen Aktivitäten abzuschalten.

Und doch auch während der Coronakrise erleben wir die Macht der Worte.

Neuartige Worte entstehen, wie „systemrelevant“ oder selten genutzte Worte sind auf einmal in aller Munde wie „Ausgangsbeschränkung“, „Atemschutzmaske“ oder „Quarantäne“. Und dann gibt es auch noch angstbesetzte Worte wie „Überwachung“, „Einschränkung der Grundrechte“, „Intensivstation“, „Krankheit“, „Tod“.

All diese Worte machen etwas mit uns. Besonders häufig lösen sie Verunsicherung und Angst aus.

Die Wortkombination „Der Kampf gegen…“ ist derzeit ebenfalls häufig zu finden.

Wir, oder eine bestimmte Gruppe – wie Ärzte, Forscher etc. – kämpfen gegen das Coronavirus. Aber auch in Meditationsaufrufen oder ähnlichem liest man häufig die Worte „Der Kampf gegen…“ oder zumindest „Der Kampf für…“. Hier kämpfen wir dann für Gesundheit, Frieden etc.

Wir können uns jetzt die Zeit nehmen, weil wir nicht in einem hektischen Büro sitzen, im Flieger zum nächsten Meeting unterwegs sind, oder in einem schicken und teuren Wellness-Hotel sind, um in uns hineinzuspüren, was Worte mit uns und unserem Wohlbefinden machen können.

Wenn ich mir zum Beispiel die Worte „Der Kampf gegen…“ denke, dann wird mein Inneres eng, ich bekomme schlecht Luft, meine Kehle schnürt sich zu, die Energie sammelt sich im Kopf und ich bin in Alarm-Stimmung.

Wenn ich mir die Worte „Der Kampf für…“ denke, dann ist es etwas besser, aber noch immer habe ich ein Druckgefühl auf der Brust, ein nervöses Gefühl im Magen und unruhige Gedanken.

Bei den Worten „Dafür sein…“ habe ich all diese Gefühle nicht. Ich fühle mich ruhig, kann gut und frei atmen, meine Gedanken sind geordnet und klar. Ich fühle mich handlungsfähig.

Daher meine Anregung an Sie: Überlegen Sie, in welchem Zustand Sie für sich und Ihr Umfeld, sei es beruflich oder privat, das Beste erreichen können. Ist es, wenn Sie „gegen etwas kämpfen“, wenn Sie „für etwas kämpfen“ oder wenn Sie einfach „dafür sind“. Vielleicht im Augenblick „für Gesundheit, Mitgefühl und Zuversicht“.

Wie Mutter Teresa sinngemäß schon sagte: „Ich würde nie eine Petition gegen den Krieg unterschreiben, aber immer eine für den Frieden.“